Ortsverein Bühl

Gedanken von Oswald Grißtede zur Trauerfeier von Manfred Krauth

SPD-Ehrenmitglied Manfred Krauth

Manfred ist so plötzlich von uns gegangen, dass ich das noch gar nicht richtig verarbeiten konnte. Ich begleitete ihn als Fraktionskollege 15 Jahre lang bei seiner kommunalpolitischen Arbeit. Er war in dieser Zeit immer ein loyaler und sachbezogenen Mitstreiter bei der Suche nach den besten kommunalpolitischen Lösungen. Die SPD-Fraktion traf und trifft sich nach Stadtratssitzungen meist noch zu einem Vesper und einem Bier. Da ging Manfred auch immer mit und trug mit seinem Humor und Mutterwitz zu einem gelungenen Abschluss bei. Manfred trat 1968 im Alter von 38 Jahren in den SPD-Ortsverein Bühl mit der Mitgliedsnummer 100 ein. Bei den Wahlen in diesem Jahr kandidierte er und rückte 1969 für den ausscheidenden Dr. Krieg in den Bühler Gemeinderat nach. Sein Engagement für die Menschen in unserer Stadt wurde durch großartige Ergebnisse bei den folgenden Wahlen bestätigt.

  Pressebericht im ABB vom 28.11.2013

Bei seiner letzten Kandidatur war er unter allen Bewerbern aller Parteien und Gruppie- rungen mit 4872 Stimmen an 8.Stelle. Manfred kandidierte 1999 nicht mehr und schied somit nach 30 Jahren aktiver Gemeinderatsarbeit aus dem Gremium aus. Stundenlange politische Diskussionen unter Genossen in verrauchten Hinterzimmern waren nicht sein Ding. Er traf sich lieber mit den Bürgern vor Ort und nahm sich ihrer Sorgen an. Durch seinen Sachverstand als freier Architekt konnte er viele Bürger bei ihren Problemen mit der Stadtverwaltung und dem Bauamt unterstützen und helfen.
Eine besondere Ehre wurde Manfred Krauth zuteil, als er 2005 zum Ehrenmitglied des SPD-Ortsvereins ernannt wurde. Ich zitiere aus der Laudatio von Ernst Riebel anlässlich der Ernennung von Manfred zum Ehrenmitglied. „Mit seinem großen technischen Wissen, Sach- und Fach- verstand nahm er Einfluss auf die positive Entwicklung seiner Heimatstadt. Sein urwüchsiger Humor, gepaart mit einem unnachahmlichen Schalk, waren vielfach der Anlass eine festgefahrene Stadtratssitzung wieder in die Gänge zu bringen. Manche Situation entspannte sich, indem Manfred Krauth ihr den tierischen Ernst nahm.“
Ich möchte mich von Manfred mit einem Zitat von Dietrich Bonhoefer verabschieden
„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. 
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. 
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, 
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

Diskussion 1

  1. Martin Krauth • 18. Dezember 2013 • 18:53

    Lieber Oswald,
    auf diesem Wege möchte ich mich nochmal herzlich für deine Worte und dein Dasein, auch zuhause, bedanken. Deine Berichte von damals und nach dem Tod von meinem Vater entsprechen dem was er war und wie wir alle ihn im Herzen behalten sollten. Ich denke das Manfred in seiner langen Zeit der Parteizugehörigkeit, auf seine besondere Art, mit Parteifreunden und Wiedersachern immer den richtigen Weg fand. Im Sinne des Sozialdemokratischen Gedankens, für das Gemeinwohl der Menschen da war.
    Nochmals vielen herzlichen Dank,
    Herzlichen Grüße,
    Martin Krauth