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Kein Platz für Rechtspopulismus!

In klarer Abgrenzung gegen jede Form des Rechtspopulismus stand insbesondere bei der Flüchtlingsfrage die Bewältigung ganz konkreter Fragen in Bühl im Mittelpunkt. Am Dienstagabend freuten sich die Gemeinderatsfraktionen von SPD und GAL über eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung.

Oswald Grisstede (SPD) machte deutlich: „Wir müssen hier in unserer Stadt alles tun, damit die Menschen sich gut integrieren können, das ist unser Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa.“ Nachdem jetzt die ersten Flüchtlinge ihre Anerkennung bekommen haben und das Heim verlassen, stellt sich äußerst dringlich die Wohnungsproblematik. Eingehend wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, den mit den einschlägigen Zuschüssen auch bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Der soziale Wohnungsbau in unserer Region muss dringend angekurbelt werden.“ bezog Walter Seifermann (GAL) Stellung.

Ein allgemeiner Aufruf hatte bislang keinen durchschlagenden Erfolg. Sabrina Braun, Integrationsbeauftragte der Stadt Bühl, nimmt alle Angebote aus dem Kreis der Leser gern entgegen.

Erfreut zeigte sich eine Ehrenamtliche, dass die Integrations- und Sprachkurse nicht nur sehr nachgefragt sind, sondern gute Erfolge bringen: „Mit einigen Asylbewerbern unterhalte ich mich mittlerweile teilweise oder ganz auf Deutsch!“ Ein Bürger erkundigte sich, inwieweit die Flüchtlinge arbeiten dürfen und ob es Nachfragen von Firmen der Region gebe, es sei doch sicher von Interesse, die zum Teil gut ausgebildeten Arbeitskräfte einzustellen. Voraussetzung dazu ist aber, dass die mitgebrachten Qualifikationen auch anerkannt werden. Allerdings ist die Bearbeitungszeit bei der Anerkennung und Prüfung der mitgebrachten Zeugnisse langwierig und schwierig: Die zentrale Stelle in Mannheim braucht aufgrund der Überlastung für die Vereinbarung eines ersten Termins um die drei Wochen. Zusammen mit dem Jobcenter versucht man aktuell, Ausbildungsplätze für Interessierte zu bekommen.

Die Handelslehranstalt Bühl hat seit Februar 2015 eine VABO Klasse, in der einwandernde Jugendliche ab 17 Jahren Deutsch lernen können, um dann eine Chance bei der Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu haben. Auf diesem Weg sind auch Schulpraktika in Betrieben möglich.

Frank Armbruster, Sozialarbeiter an der Aloys-Schreiber-Schule, berichtete, dass ein paar Schüler der 8. Klasse von der ehemaligen Klassenlehrerin gebeten wurden, für die neu angekommen Kinder in ihrer ersten Klasse zu dolmetschen. „Das war natürlich Ehrensache und jetzt hat sich daraus ein richtig gutes Projekt entwickelt.“

An diesem Abend zeigte sich deutlich: 
Die Situation in Bühl wird getragen vom großen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die zusammen mit der Stadt an verschiedensten Punkten das Ihre tun, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern.

Trotzdem werden mit fortschreitender Zeit neben alten auch immer neue Problemfelder sichtbar, die dringend angegangen werden müssen. „Es ist schön, dass die schon lange gewünschte und geplante Satelliten-Anlage nun installiert wird, das Rathaus hat grünes Licht gegeben.“ freute sich Barbara Becker (SPD) darüber, dass diese Baustelle hoffentlich bald geschlossen werden kann. Andererseits regte sie dringend die Einrichtung eines städtisch verwalteten Lagerraums an, in dem Sachspenden zwischengelagert werden können.

Weiterhin wurde die für Kinder gefährliche Verkehrslage am Heim in der Erlenstraße angesprochen und die Möglichkeit einer Versorgung des Hauses mit W-Lan diskutiert. Besonders betont wurde die Bedeutung des Spendenkontos, das die Stadt Bühl und das DRK betreiben. So sind größere Anschaffungen möglich, die weder von der Stadt noch vom Landkreis finanziert werden könnten.

Peter Teichmann GAL Bühl (GAL) erhielt die einhellige Zustimmung aller Anwesenden für seinen Vorschlag, ein „Fest der Kulturen“ in der Bühler Innenstadt zu organisieren. 

Damit schloss der offizielle Teil einer lebendigen und informativen kommunalpolitischen Veranstaltung, die einmal mehr bewies, dass jegliche Form von Rassismus in Bühl keinen Platz hat.

Interesse an der Mitarbeit? 
Hier die offiziellen Ansprechpartnerinnen für Unterstützer:

Stadt Bühl Sabrina Braun, sabrina.braun.stadt@buehl.de
Telefon 07223/935-372

Heike Hucker vom Landratsamt, h.hucker@landkreis-rastatt.de
Telefon 0151/11742587 ab 14:00 Uhr

Geldspenden bitte an das

Konto des DRK Bühl, Vermerk „Flüchtlinge“
bei der Sparkasse Bühl
Kontonummer: 518 779 BLZ: 66251434
IBAN: DE55 6625 1434 0000 5187 79
BIC: SOLADES1BHL

Kleidung bitte beim 
DRK-Kleiderladen abgeben
Rotkreuzstr. 1, 77815 Bühl
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr.: 14:00 – 17:00 Uhr, Di u. Do: 09:00 – 12:00 Uhr