Cybercrime Thema für die SPD Bühl

Die in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Meldungen über Internetkriminalität (sog. Cybercrime) nahm der SPD-Ortsverein Bühl sowie die SPD-Gemeinderatsfraktion zum Anlass, um sich bei der Polizei Bühl darüber zu informieren. Worum handelt es sich dabei? Wie kann man sich dagegen schützen? Was tut die Polizei und vor welchen Problemen steht sie? Um auf diese Fragen eine Antwort zu geben, empfing Herr Bernhard Schölzel, der beim Polizeirevier Bühl für Cybercrime zuständige Beamte, eine Gruppe von interessierten Genossen um den Vorsitzenden des Ortsvereins Mathias Lauterbach und den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktion Oswald Grißtede im Polizeirevier Bühl.

Bei einem einführenden Rundgang durch das Revier, stellte Herr Schölzel die Aufgaben, sowie die jeweils zuständigen Beamten des Ermittlungsdienstes der Schutzpolizei vor. Dieser ist für die Aufnahme und Verfolgung von kleinen und mittleren Delikten zuständig, während schwere Straftaten durch die Kriminalpolizei verfolgt werden.

In einer sehr spannenden und informativen Präsentation wurde anschließend das weitläufige Feld von Betrugsdelikten im Rahmen von Cybercrime beleuchtet. Es beginnt bei Emails mit schädlichen Inhalten und geht über Delikte im Bereich Homebanking bis Betrugsversuchen bei Onlinemarktplätzen, Bezahldiensten und Onlinepartnerschaftsbörsen. Weiter gehören Telefonbetrugsmaschen ebenso dazu wie auch Pädophilie im Internet.

Die Polizei stehe „bei der Aufklärung der Taten vor dem Problem der hohen Anonymität im Internet, was ihr die Verfolgung von Straftaten sehr erschwert“, so Schölzel. Darüber hinaus führen die Spuren sehr häufig zu Serverstandorten in anderen Ländern, wodurch die Verfolgung meist ebenfalls stark erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gemacht wird. Es wäre deshalb sehr wichtig, dass es gar nicht erst zu Schäden kommt. „Einen Großteil der Straftaten könnte man verhindern, wenn Bürger etwas nachdenken würden!“ meinte dazu Herr Schölzel. Auf keinen Fall solle man sich, weder am Telefon noch per Email, von angeblichen Millionengewinnen blenden lassen und Daten angeben oder gar Vorauszahlungen schicken. Dies gelte genauso bei angeblichen Problemen mit Bankkonten oder Benutzerkonten bei Bezahldiensten und Internetmarktplätzen wie Ebay oder Amazon sowie fiktiven Rechnungen und Bestellungen auf die per Email oder Telefon aufmerksam gemacht wird.

Ein gesundes Misstrauen und keine unüberlegten „Schnellschüsse“ aus Angst etwas zu verpassen oder Nachteile zu haben seien hier sehr wichtig. Unverzichtbare Grundlage für eine sichere Benutzung des Internets sei natürlich die Verwendung aktueller Sicherheitssoftware sowie die Einrichtung sicherer Passwörter– und zwar für jeden Account einzeln, erklärt Schölzel weiter.

„Informationen zu allen Bereichen der Sicherheit im Internet zur Steigerung der allgemeinen Medienkompetenz des Bürgers hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter www.bsi-fuer-buerger.de bereitgestellt. Weitere nützliche Hinweise sind auch auf den Seiten der EU-Initiative www.klicksafe.de erhältlich“ erklärt Schölzel auf Nachfrage von Dr. Raphael Kist, was man gegen eine weitere Zunahme von Cybercrime tun könne.

Herr Schölzel bietet Gruppen, Vereinen und Schulklassen auch Informationsveranstaltungen an, bei denen er ausführlich über Sicherheit im Internet informiert. Ein Angebot, dass Mathias Lauterbach für die SPD Bühl gerne annehmen möchte, um in einer zukünftigen Veranstaltung Mitglieder und interessierte Bürger über das Thema zu informieren.